EMDR-Therapie in Hamburg
EMDR ist eine strukturierte psychotherapeutische Methode zur Verarbeitung belastender Erinnerungen. Sie wird insbesondere bei posttraumatischen Belastungsstörungen eingesetzt und in ein umfassendes, individuell geplantes Behandlungskonzept eingebettet.
Was ist EMDR?
EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing, auf Deutsch etwa Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung. Während ausgewählte Aspekte einer belastenden Erinnerung aktiviert werden, folgt die Aufmerksamkeit abwechselnden Reizen auf der linken und rechten Seite. Häufig sind dies angeleitete Augenbewegungen; möglich sind auch Töne oder kurze Berührungsreize.
Diese sogenannte bilaterale Stimulation ist Teil eines klar aufgebauten therapeutischen Vorgehens. Ziel ist, die Verarbeitung einer Erinnerung zu unterstützen, sodass sie weniger überwältigend erlebt und besser als vergangenes Ereignis eingeordnet werden kann. Die Erinnerung wird dabei nicht gelöscht. Im besten Fall nimmt ihre gegenwärtige emotionale und körperliche Belastung ab.
Wann kann EMDR geeignet sein?
Am besten untersucht ist EMDR für die Behandlung von Erwachsenen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung. Ob die Methode im Einzelfall infrage kommt, hängt jedoch nicht allein davon ab, ob ein belastendes Ereignis stattgefunden hat. Entscheidend sind eine sorgfältige Diagnostik, die aktuellen Beschwerden, vorhandene Stabilität, mögliche Begleiterkrankungen und Ihre persönlichen Behandlungsziele.
Nicht jeder Mensch nach einer traumatischen Erfahrung benötigt EMDR oder überhaupt eine Psychotherapie. Bei akuter Gefährdung, schweren Krisen oder fehlender äußerer Sicherheit können zunächst Schutz, medizinische beziehungsweise psychiatrische Versorgung oder stabilisierende Maßnahmen Vorrang haben. Die Eignung wird deshalb vor einer traumafokussierten Arbeit gemeinsam geprüft.
Wie läuft eine EMDR-Behandlung ab?
EMDR umfasst mehr als die sichtbaren Augenbewegungen. Typische Bestandteile des therapeutischen Prozesses sind:
- Diagnostik und Behandlungsplanung: Beschwerden, Vorgeschichte, Ressourcen und Therapieziele werden sorgfältig erfasst.
- Vorbereitung: Sie lernen den Ablauf kennen und erarbeiten Möglichkeiten, Anspannung zu regulieren und die Sitzung bei Bedarf zu unterbrechen.
- Verarbeitung: Eine vereinbarte Erinnerung wird in dosierter Form aktiviert und mit kurzen Serien bilateraler Stimulation bearbeitet.
- Abschluss und Überprüfung: Die aktuelle Belastung wird eingeordnet, die Sitzung stabil beendet und die Wirkung bei einem Folgetermin erneut betrachtet.
Wie viele vorbereitende und verarbeitende Sitzungen sinnvoll sind, lässt sich nicht pauschal festlegen. Dies hängt unter anderem von Art und Anzahl der Erfahrungen, der Symptomstärke und möglichen weiteren Belastungen ab.
Was erleben Patientinnen und Patienten währenddessen?
Während der kurzen Stimulationsphasen können Gedanken, Bilder, Gefühle, Körperempfindungen oder neue Verbindungen auftauchen. Es gibt dabei keine richtige Reaktion und Sie müssen nichts Bestimmtes herstellen. Zwischen den Phasen berichten Sie nur so viel, wie für die therapeutische Orientierung notwendig und für Sie stimmig ist.
Die Bearbeitung belastender Erinnerungen kann vorübergehend anstrengend sein. Deshalb werden Belastung und Stabilität fortlaufend beobachtet. Sie können jederzeit ein vereinbartes Stoppsignal nutzen. Eine qualifizierte EMDR-Behandlung ist kein unbegleitetes Selbsthilfeverfahren und keine unerwartete Konfrontation, sondern wird transparent vorbereitet und gemeinsam gesteuert.
Wie ist EMDR wissenschaftlich eingeordnet?
EMDR und traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie gehören zu den gut untersuchten psychotherapeutischen Behandlungen der posttraumatischen Belastungsstörung. In der deutschen Psychotherapie-Richtlinie ist EMDR für Erwachsene mit PTBS als Methode innerhalb eines umfassenden Behandlungskonzepts anerkannt. Die Anwendung setzt eine entsprechende fachliche Qualifikation voraus.
EMDR ist kein eigenständiges Psychotherapieverfahren und kein Versprechen auf schnelle oder vollständige Beschwerdefreiheit. Wie bei jeder Behandlung können Wirkung, Dauer und Belastung individuell unterschiedlich sein. Vor- und Nachteile sowie mögliche Alternativen werden deshalb vorab besprochen.
EMDR in meiner Praxis
Zu Beginn klären wir, welche Beschwerden Sie heute belasten und ob eine traumafokussierte Behandlung angezeigt ist. Sie müssen im Erstgespräch keine Details traumatischer Erfahrungen schildern. Falls EMDR geeignet erscheint, erläutere ich Ihnen den Ablauf und wir bereiten die Methode schrittweise vor.
In meiner Privatpraxis in Hamburg behandle ich Erwachsene im Einzelsetting mit Verhaltenstherapie, Traumatherapie und EMDR. Die Entscheidung für EMDR wird individuell getroffen und in den gesamten Therapieverlauf integriert.
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